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Kurier

aus 08.02.1998



Österreichs Popstar ist tot


Tödlicher Unfall: Falco starb bei Zusammenstoß mit Bus Falco alias Hans Hölzl ist tot. Österreichs einziger echter Popstar starb in seiner Wahlheimat, der Dominikanischen Republik, bei einem Verkehrsunfall. I n zwei Wochen wollte Hans Hölzl in der Dominikanischen Republik seinen 41. Geburtstag feiern. Die Vorbereitungen waren in vollem Gang. Am Freitag nachmittag gegen 16.00 Uhr Ortszeit bog er mit seinem Geländewagen von einer Einfahrt in die Bundesstraße nach Puerto Plata ein. "Er dürfte einen von rechts aus einer Kurve kommenden Bus übersehen haben", sagt der Welser Herbert Schoderböck, stellvertretender Generaldirektor der Hotelanlage "Hacienda Resort", zu der Falcos Villa gehört. "Der Wagen stieß frontal mit dem Bus zusammen. Falco war sofort tot", erklärt Schoderböck gegenüber dem KURIER. "Ein offizielles Unfallprotokoll liegt noch nicht vor", sagte der Chef der Verkehrspolizei von Puerto Plata, Senor Cabrera, am Samstag. Der Leichnam befindet sich in der Klinik von Santiago de los Caballeros. Laut Schoderböck "ist es nicht notwendig, eine Obduktion durchzuführen, weil klar ist, daß Falco an seinen Verletzungen gestorben ist". Den Verdacht eines Polizisten, Hölzl sei unter Alkoholeinfluß gestanden, hält er für ausgeschlossen: "Ich habe Hans seit Jänner täglich gesehen. Er hat nur Softdrinks und Wasser konsumiert." Falcos Leichnam soll in den kommenden Tagen nach Österreich überführt werden. Hans Hölzl, geboren am 19. Februar 1957 in Wien, hatte sich früh damit abgefunden, zumindest als Falco - er borgte sich den Namen vom DDR-Skispringer Falko Weissflog - öffentlich zu leben. Durchaus freimütig bekannte er sich zu seinem Alkohol- und Drogenproblem. "Meine Alkoholprobleme haben begonnen mit dem Erfolg", sagte er in einem Ö 3-Interview. "Wenn der Erfolg schneller wächst als die Seele, hat man ein Problem." Und über Kokain: "Experimentiert habe ich damit nie, ich habe es immer nur genommen. Ich kann euch also berichten, es führt nirgendwo hin." Auch in seinen Beziehungen kam der Popstar nicht zur Ruhe. Seine Ehe mit Isabella scheiterte. Ihre Tochter hielt er lange für sein eigenes Kind, bis ein Bluttest ergab: Falco war nicht der Vater. Seine letzte Freundin, Andrea B., floh nach drei Wochen aus seiner Villa. Einziger Fixpunkt in seinem Leben war seine geliebte Mutter. Das beim Tod eines Popstars übliche Geschäft mit dem Nachlaß wird diesmal besonders schnell einsetzen. Denn Falco hinterläßt ein fertiges neues Album, das im April erscheinen hätte sollen. Falco verließ mit 16 die Schule, studierte kurzfristig am Wiener Musikkonservatorium. Er spielte in der Kommerzband Spinning Wheel, wirkte in den Anfängen der Hallucination Company mit und war Bassist bei der politisch weit links stehenden Rockgruppe Drahdiwaberl. O 3 wiederholt am Sonntag zwischen 9 und 11 Uhr ein sehr offenes Interview mit Falco. Von Guido Tartarotti und Margaretha Kopeinig


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